Wegweiser Fertigfutter

Ein gutes Fertigfutter zu erkennen ist nicht immer einfach. Fangen wir mit der Deklaration an. Was bedeutet das?

Die Deklaration ist die sogenannte Zutatenliste, in der alle verwendeten Bestandteile aufgelistet werden. Dies ist durch die EU-Verordnung (EG) Nr. 767/2009 geregelt. In Absatz 23 heißt es etwa: „Wenn Einzelfuttermittel in Mischfuttermitteln in absteigender Reihenfolge nach Gewicht angegeben werden, liefert dies bereits wichtige Informationen über die Zusammensetzung.“

Pflicht ist also nur die geschlossene Deklaration, bei der Inhaltsstoffe in Sammelbegriffen zusammengefasst werden. Wenn man es aber etwas genauer wissen möchte, ist allerdings die offene Deklaration um einiges aufschlussreicher und auch wir Ernährungsberater sind auf offene Deklarationen angewiesen, so dass wir ein Futter vollständig bewerten bzw. nachbauen können. Ansonsten bleibt auch uns nur die Einschätzung. 
Viele Hersteller verwenden darüber hinaus noch eine 3. Form, die „halbgeschlossene“ bzw. die „halboffene“ Deklaration.

offene Deklaration

Von einer offenen Deklaration sprechen wir dann, wenn alle Bestandteile einzeln und mit prozentualer Angabe genannt werden.
Nur so hat der Käufer die maximale Transparenz der inhaltlichen Futterkomponenten.

Die offene Deklaration ist freiwillig – wenn ein Hersteller also offen deklariert und Einblick in alle Inhaltsstoffe und ihre prozentuelle Verteilung gewährt, ist das gewissermaßen bereits ein Qualitätsmerkmal.

halboffene Deklaration

Auch bei der halboffenen Deklaration müssen alle Bestandteile einzeln aufgelistet werden, doch eine prozentuale Angabe gibt es nicht für alle Zutaten.

geschlossene Deklaration

Bei einer geschlossenen Deklaration werden die Inhaltsstoffe in gesetzlich 

vorgeschriebenen Kategorien angegeben 

(Beispiel: Fleisch und tierische Nebenprodukte, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse etc.). 

Im nächsten Schritt sollten man darauf schauen - um welche Art von Futter es sich handelt.
Alleinfutter-, Einzelfutter- oder Ergänzungsfuttermittel und passt das Futter
zum gewünschten Einsatzzweck?  Bsp.: Welpenfutter, Adult oder Senior? Spezialfutter auf Grund von Erkrankungen?

  • Alleinfuttermittel muss alle Vitamine und Mineralien zur Verfügung stellen, die ein Hund zur täglichen Ernährung braucht, auch wenn ausschließlich eine Sorte gefüttert wird. Jedoch lohnt es sich hier genauer hinzuschauen - denn nicht immer ist ein Alleinfuttermittel auch wirklich ein Alleinfuttermittel.


  • Einzelfutter-  oder Ergänzungsfuttermittel: Hier fehlen bestimmte Bestandteile an Vitaminen und Mineralien, was bedeutet, dass diese Futtermittel immer ergänzt werden müssen um die Nahrung bedarfsdeckend zu gestalten.

In der Zutatenliste sollten an den ersten Stellen auf jeden Fall Fleisch bzw. Fleischmehl deklariert sein. Idealerweise an 1. oder 2. Stelle. Dabei ist es wichtig, dass es sich wirklich um Fleisch handelt. Denn nur Fleisch liefert hochwertiges und leicht verdauliches Eiweiß, Nährstoffe etc.

Sind Innereien wie z.B. Leber  in der Zutatenliste enthalten kann man davon ausgehen, dass viele wichtige Nährstoffe bereits enthalten sind.
Innereien sollten jedoch nicht an erster oder zweiter Stelle der Deklaration stehen. Wurden keine Innereien verarbeitet - sollte darauf geachtet werden, dass bei den
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffen Vitamin A, Kupfer, Zink, Kalium ergänzt wurden.
Ebenso die B-Vitamine. Diese werden in der Regel immer ergänz, da diese hitzelabil sind und beim Herstellungsprozess verloren gehen.

Gibt es eine Vitamin D Quelle? Eventuell durch verarbeiteten Fisch? Oder wurde Vitamin D bei den Zusatzstoffen aufgelistet? Wenn nicht fehlt dies wahrscheinlich und müsste dann ergänzt werden.

Ebenso handhabt es sich mit Kalzium. Sind im Futter Knochen/ Knochenmehl, Eierschalen, Algenkalk, Kalziumcarbonat, Kalziumcitrat deklariert?
Und wie sieht es mit Jod aus? Hierfür muss Seealgenmehl oder eine Jodergänzung (z. B. Kalziumjodat) aufgelistet sein. Ist es nicht? Dann müsste man sollte auch dies ergänzen.
Fehlen Dir zu viele Angaben würde ich das Futter nicht in Betracht ziehen.

Bist du dir unsicher, ob es sich bei deinem Futter um ein bedarfsdeckendes Futter handelt, kann man zum einen beim Hersteller anfragen, ob er bereit ist eine Vollanalyse des Futters bereitzustellen. Auch wir Ernährungsberater fragen oft bei den Herstellern an. Nicht alle sind jedoch bereit diese Analyse zur Verfügung zu stellen. Steht also nicht viel auf der Dose und der Hersteller ist nicht gewillt die Infos bereits zu stellen, --> Finger weg!

Welche Angaben jedoch immer auf dem Fertigfutter zu finden sind, sind die analytischen Bestandteile und mit diesen kommt man zumindest schon mal bis zum Energiegehalt ;)

Analytische Bestandteile

Die analytischen Bestandteile sind in der Regel jedem bekannt. Sie zählen zu den Pflichtangaben die jeder Futtermittelhersteller angeben muss. 
Wir sprechen hier von:

  • Rohprotein (oder Protein) = Gesamtanteil der Eiweiße
  • Rohfett (oder Fettgehalt) = Gesamtanteil der enthaltenen Fette und Öle
  • Rohfaser = Anteil der unverdaulichen Pflanzenfasern wie Zellulose
  • Rohasche = Anteil der Mineralien und Spurenelemente
  • Feuchtigkeit = Prozentualer Anteil an enthaltener Feuchtigkeit. Die Feuchtigkeit muss nur angegeben werden, wenn sie über 14 % liegt


Anhand dieser Angaben ist es möglich die Futtermenge und den Energiebedarf für ihren Hund zu errechnen bzw. gegenüber den Fütterungsangaben laut Hersteller zu validieren.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass jeder Hund individuell ist und somit sind auch dies nur "Richtwerte". 
Im Internet gibt es unteranderem Futterrechner die oft sehr hilfreich sein können. Diese Futterrechner sind jedoch immer nur auf adulte und gesunde Hunde ausgerichtet.

Futterrechner im Web


Dann gibt es noch Themen wie...
- Monoprotein Futter
- Hypoallergenes Futter
- Hydrolisiertes Futter
....

Aber immer schön eins nach dem anderen.
Diese Kategorien schauen wir uns in einem weiteren Block für Fertigfutter an (coming soon..)