Pankreatitis
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Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gehört zu den eher unauffälligen Bauchhöhlenorganen des Hundes - jedoch mit bedeutender Aufgaben.
Die Bauchspeicheldrüse hat 2 Hauptaufgaben:
- Das endokrine Pankreas regelt im Wesentlichen durch die Ausschüttung der Hormone Insulin und Glukagon den Blutzuckerspiegel, bzw. den Glukosehaushalt. Das endokrine Pankreas ist also eine Hormondrüse.
- Der exokrine Teil des Pankreas ist ein wichtiger Partner der Verdauung. Dieser bildet den Bauchspeichel, der u.a. Enzyme enthält die die einzelnen Nahrungsbestandteile zerlegen, fermentieren.
Hierbei handelt es sich um folgende Verdauungsenzyme:
- Lipase (Fettverdauung)
- Amylase (Stärkeverdauung)
- Protease (Proteinverdauung)
Die Pankreasflüssigkeit enthält unteranderem auch Bicarbonat um die Magensäure abzupuffern , sowie den Intrinsic Factor, der dafür sorgt, Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung aufzunehmen und zu resorbieren.
Die Pankreatitis ist eine entzündliche Erkrankung des exokrinen Pankreas. Es werden die akute und die chronische rezidivierende Form der Pankreatitis unterschieden. Bei einer Pankreatitis kommt es zu einer Aktivierung der Verdauungsenzyme innerhalb der Pankreas selbst - man spricht hier von Autodigestion (Selbstverdauung). Der Verlauf einer Pankreatitis kann mild bis lebensbedrohlich verlaufen.
Eine genau Ursache der Erkrankung bzw. ihren auslösenden Faktoren der beiden oben genannten Pankreatitisformen ist noch nicht eindeutig geklärt.
Einige unterschiedliche Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen, sind jedoch bekannt.
Zu diesen wichtigsten Risikofaktoren gehören:
- Rassedispositionen, z. B. Zwergschnauzer, Sheltie, Boxer, Cocker Spaniel
- Hypertriglyzeridämie (erhöhter Fettspiegel im Blut)
- Arzneimittel
- Hormonstörungen
Folgende Symptome können beim Hund auf eine Pankreatitis hindeuten:
Akut Chronisch
- Anorexie
- Vomitus
- Schwäche
- Durchfall
- schmerzhaftes Abdomen
- Ikterus
- Fieber
- Dehydration
- subklinischer Verlauf ohne deutliche Symptome
- intermittierende Anorexie
- Schwäche
- schmerzhaftes Abdomen
- Gewichtsverlust
Die Pankreatitis ist beim Hund die häufigste Erkrankung der Bauchspeicheldrüse und bleibt oft unbemerkt (subklinische Verlauf).
Insbesondere bei einer akuten Pankreatitis steht der deutlich starke Bauchschmerz und die damit einhergehenden Inappetenz sowie Erbrechen im Vordergrund. Hier ist der Besuch beim Tierarzt unumgänglich. Die Therapie der Pankreatitis erfolgt vor allem symptomatisch und richtet sich nach dem in der Allgemeinuntersuchung erhobenen Gesamtzustand des Patienten.
Was bedeutet dies im Hinblick auf die Ernährung?!
Eine diagnostizierte Pankreatitis erfordert eine entsprechende Diätetik. Das Dogma der Nahrungskarenz bei einer akuten Pankreatitis ist heute nicht mehr haltbar.
Früher ließ man die Hunde gerne 24 Stunden fasten. Denn man war der Annahme: kein Futter = weniger Pankreasenzyme.
Mittlerweile weiß man jedoch, dass dies nur bei gesunden Hunden funktioniert und jedes Fasten über 24 Stunden kontraproduktiv ist und zu Schäden der Darmwand/Darmbarriere führt.
Merke:
Der frühzeitige Beginn einer kontrollierten Fütterung hat einen positiven Effekt auf den Verlauf der Erkrankung.
Bedeutet, sobald der Hund kein durchgehendes Erbrechen zeigt → Fütterung, ggf. stationär per Sondenfütterung. Hier unterscheiden sich aber die Ansichten und somit ist dies immer individuell auf den Gesundheitszustandes des Tieres mit dem behandelten TA abzustimmen.
Grundsätzlich gilt:
- Fettarme Fütterung (Umrechnung des Fettgehalts in TS notwendig!)
- hochverdaulich (nur Muskelfleisch, keine Innereien - Milchprodukte sind ebenfalls geeignet)
- moderater Proteingehalt
- Häufige Mahlzeiten alle 4 Std.
- Rohfasergehalt nicht all zu hoch
- In der akuten Phase, ca. 4 bis 6 Wochen - keine Öle dazu füttern.
Anschließend können diese schrittweise ergänzt werden. Dafür sollte die Menge langsam (tropfenweise) gesteigert werden. - Evtl. können Enzyme hinzugefüttert werden, erleichtert die Verdauung.
Leckerli
In der akuten Phase bitte keine Leckerli oder Kausnacks. Danach können fettarme Leckerli langsam wieder eingeführt werden. Menge langsam steigern.
Keine Kausnacks wie Sehnen, Ohren etc.
Wichtig:
KEINE klassischen Barfrationen (Beutetierprinzip), auf Grund von zu viel Proteinen, schwerverdauliche Innereien sowie zu hohe Fettanteile.
Therapie der chronischen Pankreatitis
Die Therapie der chronischen Pankreatitis besteht ebenfalls in der Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen und dem Abstellen möglicher Risikofaktoren.
Je nach Schweregrad der gezeigten klinischen Symptome ist eine unterstützende Therapie wie bei der akuten Pankreatitis indiziert. Auch bei einer chronischen Pankreatitis sollte eine fettarme Diät gefüttert werden.